Das US-Militär hat in den letzten Wochen heimlich Schiffe durch die Straße von Hormus geleitet, berichtete die New York Times am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Beamte.
Iran hatte die lebenswichtige Wasserstraße, die zuvor rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung abwickelte, für Schiffe aus "feindlichen Ländern" geschlossen – als Reaktion auf die US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe vom 28. Februar. Teheran erklärte später, Schiffe aus Drittländern könnten passieren, wenn sie eine Gebühr zahlen und militärischen Anweisungen folgen.
Im April kündigte US-Präsident Donald Trump "Project Freedom" an, das gestrandete Handelsschiffe neutraler Länder eskortieren sollte. Er setzte die Initiative jedoch weniger als 48 Stunden später öffentlich aus – offenbar, nachdem Saudi-Arabien US-Kräften den Überflug oder die Nutzung der Prinz-Sultan-Luftwaffenbasis verweigert hatte.
Laut der Times hat das US-Zentralkommando (CENTCOM) in den vergangenen drei Wochen die Durchfahrt von rund 70 Handelsschiffen durch die Wasserstraße koordiniert. Ein Beamter teilte der Zeitung mit, dass die meisten Schiffe ihre Transponder ausgeschaltet hätten, um eine Entdeckung durch iranische Kräfte zu vermeiden. Die Schiffe nutzten demnach eine Route näher an der omanischen Küste.
Trotz des am 8. April erreichten Waffenstillstands ist der Verkehr durch den strategischen Engpass stark reduziert – von rund 150 Schiffen pro Tag vor dem Konflikt auf weniger als zehn.
Zehntausende Seeleute an Bord von 1.600 bis 2.000 Schiffen, darunter Öl- und Gastanker, sind weiterhin im Persischen Golf gestrandet.
Im April verhängten die USA eine Blockade iranischer Häfen und haben seitdem mehr als 100 Frachtschiffe abgefangen. Am Sonntag teilte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden Irans mit, dass in den vorangegangenen 24 Stunden 28 Schiffe nach Erteilung einer Genehmigung die Straße passiert hätten.
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