
Russland: Kreditboom bei Unternehmen – Zentralbank meldet 12,8 Prozent Plus im Jahresvergleich

Die russische Zentralbank verzeichnet im April 2026 einen kräftigen Anstieg der Kreditvergabe an Unternehmen. Die Forderungen der Banken gegenüber Firmen wuchsen um 1,9 Billionen Rubel (ca. 23,0 Milliarden Euro).

Das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem März und sogar 12,8 Prozent im Jahresvergleich.
Im Vormonat hatte das Wachstum noch bei moderaten 0,4 Prozent gelegen. Wirtschaftsanalysten und Marktbeobachter hatten auf Grundlage der Geldmengenaggregate bereits einen etwas stärkeren Anstieg von 2,3 Billionen Rubel (rund 27,8 Milliarden Euro) prognostiziert, saison- und währungsbereinigt.
Die Regulierungsbehörde hebt den breiten Kreditzuwachs über viele Unternehmen hinweg besonders hervor und hat ihn sogar in die Überschrift ihres neuen Bankensektor-Überblicks gestellt.
Analysten zeigen sich jedoch zurückhaltend, was die Nachhaltigkeit des Schubs betrifft.
"Ob es sich um einen lokalen einmaligen Ausschlag nach vier Monaten 'Diät' handelt oder um eine stabilere Entwicklung – das lässt sich derzeit kaum beurteilen. Aber das Wachstum ist real und wird weitere Aufmerksamkeit erfordern", kommentiert Jegor Susin von der Gazprombank.
Positiv entwickelt sich indes der Index der Kreditbedingungen, der auf Unternehmensumfragen basiert. Er stieg von -7 Punkten im März auf -3,8 Punkte im April und erreichte damit den besten Wert seit August 2022. Dmitri Polewoi von "Astra UA" sieht darin ein wichtiges Signal:
"Die Verbesserung der Kreditverfügbarkeit vor dem Hintergrund des April-Wachstums verdient Aufmerksamkeit. Ursache ist die bereits erfolgte Leitzinssenkung der Zentralbank sowie der hohe Anteil variabel verzinster Kredite, der die Transmission der Geldpolitik in den Unternehmenssektor beschleunigt. Das wird wahrscheinlich die Entscheidung über das Tempo weiterer Zinssenkungen beeinflussen."
Laut Berechnungen der Raiffeisenbank-Analysten auf Basis von ZBR-Daten hat sich die Unternehmenskreditvergabe in Rubel sowohl im März als auch im April spürbar beschleunigt. Die Experten warnen jedoch davor, dies vorschnell mit der jüngsten Zinssenkung in Verbindung zu bringen.
Im Mai sanken die durchschnittlichen Höchstzinsen der größten Banken auf 13 Prozent – 1,5 Prozentpunkte unter dem Leitzins der Zentralbank und einen Prozentpunkt unter den Inflationserwartungen der Bevölkerung.
"Es ist nicht auszuschließen, dass sich diese Tendenz im April fortgesetzt hat", so die Einschätzung. Die Dynamik des Firmenkreditgeschäfts sei traditionell sehr volatil, betonen die Raiffeisenbank-Analysten. Ein großer Teil entfalle auf kurzfristige Kredite, die stark von Budgetzuflüssen oder Vorauszahlungen an staatsnahe Unternehmen abhingen.
Die Beschleunigung im März sei vor allem auf Darlehen mit Laufzeiten unter sechs Monaten zurückzuführen. Die Zentralbank selbst sieht die hohen Budgetausgaben im April sogar als dämpfenden Faktor für das Kreditwachstum.
Mehr zum Thema - Mit Neid-Debatten zur Zwangsarbeit und 73-Stundenwoche
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.